Newsletter September 2026

Zuhause gesucht

Bei manchen Schicksalen muss man erst einmal schlucken.
Die 14-jährige Fuguta kam völlig unvorbereitet ins Tierheim Arche Noah und hat große Schwierigkeiten mit der neuen Situation. Gundi, wie sie liebevoll genannt wird, hat ihr gesamtes bisheriges Leben bei ihrem Menschen verbracht. Doch dann kam der Schicksalsschlag: Ihr Frauchen ist schwer an Krebs erkrankt und kann Gundi nicht mehr selbst versorgen.
Gundi hat altersbedingt einige Einschränkungen: Sie sieht und hört nicht mehr gut. Zudem ist sie häufig sehr unruhig und zeigt Verhaltensweisen, die auf eine beginnende Demenz hindeuten könnten. Eine Herzuntersuchung und eine Zahnsanierung stehen auch noch an. Sie ist sehr gut mit anderen Hunden verträglich, kennt Katzen und Kinder und hat trotz ihres Alters jede Menge liebenswerte Eigenschaften.
Das Team der Arche Noah wünscht sich sehr, dass Gundi ihren Lebensabend nicht im Tierheim verbringen muss, sondern noch einmal ein richtiges Zuhause bekommt, in dem sie zur Ruhe kommen darf. 

51 auf einen Streich

Anfang Mai brachte eine Sturmböe nahe Wiesbaden einen Baum zum Umsturz, wobei die Kinderstuben einer Kolonie Rabenkrähen zerstört wurden. Tierschützer brachten die verunglückten Jungvögel zur Wildvogel-Pflegestation nach Kirchwald, die sich daraufhin im Ausnahmezustand befand.
Plötzlich mussten 51 junge Rabenkrähen zusätzlich zu allen anderen gefiederten Patienten versorgt werden. Die kleinen Rabauken wurden untersucht, behandelt und je nach Zustand auf Innen- oder Außenvolieren bzw. die Intensivstation verteilt. Fliegen mussten sie erst noch lernen; die meisten flatterten noch recht unbeholfen über den Boden. Aber was sie alle schon sehr gut beherrschten, war das sehr laute Kreischen! In den ersten Tagen wurde kritisch beobachtet: Wer versteht sich mit wem – wer hackt lieber auf den Nachbarn ein? Entsprechend wurden die Vögel in möglichst verträgliche Gruppen umverteilt.
Junge Rabenkrähen haben nicht nur beeindruckend große Schnäbel, sondern auch einen ebenso beeindruckenden Appetit. So waren sämtliche Vorräte an Hühnerherzen, Geflügelteilen und Mehlwürmern in Rekordzeit aufgebraucht und es musste umgehend für Nachschub gesorgt werden. Die meisten Jungvögel mussten alle zwei Stunden mit der Pinzette gefüttert werden – begleitet von einer Geräuschkulisse mit einer unvorstellbaren Dezibelzahl
Für manche schüchternen Jungvögel brachte das Unglück jedoch eine Chance mit sich: In der Natur verspeisen die Vorlauten in der ersten Reihe die besten Brocken, während die Zurückhaltenden in den hinteren Rängen oft zu kurz kommen. Auf der Vogelstation erhält dagegen jedes Rabenkind so viel, bis es satt ist.
So können auch die Kleineren und Schwächeren zu kräftigen Krähen heranwachsen. Anfang September waren schließlich alle so weit, dass sie fit für ein selbstständiges Leben in der Natur waren.

Arthur - so darf Auslandstierschutz nicht laufen!

Der schöne Arthur kam Ende Juli über einen uns unbekannten Verein aus Rumänien zu einem Paar nach Deutschland. Ohne vorheriges Kennenlernen wurde er an seine neuen Besitzer übergeben. Dort durfte er nur einen halben Tag bleiben, dann kam es zu einem Beißvorfall und er wurde sofort mit dem Tiertransporter der Feuerwehr abgeholt und in unser Tierheim Köln-Dellbrück gebracht.
Unfassbar. Ganz nach dem Motto: „Das Tierheim wird es schon richten.”
Am Tag darauf meldeten sich die Leute und berichteten, dass Arthur zurück nach Rumänien geschickt würde, wenn das Tierheim ihn nicht nähme. Um dem Hund dies zu ersparen, haben die Dellbrücker Kollegen ihn natürlich behalten. Nun haben sie einen weiteren Bewohner, der alles andere als einfach zu vermitteln ist.
Auslandstierschutz ist gut und wichtig, aber wir erleben auch immer wieder, wie es nicht laufen darf.

Zwei tolle Tage beim Tierheimfest in Pfullingen

Am 5. und 6. September wurde im bmt-Tierschutzzentrum in Pfullingen wieder gefeiert.
Besucher, Aussteller, Ehrenamtliche und das Tierheimteam verbrachten bei bester Stimmung zwei wunderschöne und abwechslungsreiche Tage miteinander.
Auch in diesem Jahr gab es wieder jede Menge zu entdecken. Eine große Vielfalt an Ausstellern sorgte dafür, dass für fast jeden Geschmack etwas dabei war: Von Hundephysiotherapie über liebevoll gefertigte Makramee-Arbeiten bis hin zum Tätowierer reichte das bunte Angebot. Selbstverständlich kam auch das leibliche Wohl nicht zu kurz. Mit einer großen Auswahl an herzhaften und süßen Leckereien sowie Getränken waren die Gäste bestens versorgt.
Für die kleinen Besucher gab es ein ganz besonderes Highlight: Hüpfburg „Herbert“, der Pfullinger Krabbelriese, sorgte für strahlende Kinderaugen und jede Menge Bewegung.
Das Tierschutzzentrum blickt auf zwei rundum gelungene Festtage zurück und bedankt sich herzlich bei allen Helfern, Ausstellern und Gästen, die dieses schöne Wochenende möglich gemacht haben. 

Abschied von Rita

Eine der Hauptaufgaben von Tierheimen besteht darin, für ihre Schützlinge ein liebevolles und adäquates Zuhause zu finden. Doch leider gelingt dies nicht immer.
Wenn ein Tierheimbewohner stirbt, ist das für alle Beteiligten ein sehr trauriger und emotionaler Moment. Auch die Schäferhund-Mischlingshündin Rita gehörte zu den Langzeitbewohnern des Tierheims. Die stattliche Hundedame kam im November 2020 aus dem rumänischen Partnertierheim in Brasov in die Obhut der Kasseler Wau-Mau-Insel. Dort hatte sie bereits eine längere Zeit im städtischen Tierheim verbracht.
Auch in Kassel haben sich trotz aller Bemühungen leider nie die richtigen Menschen mit Vorerfahrung für die charakterstarke Hündin gefunden. So wurden letztendlich die Tierpflegerinnen, Gassigeher und Tierpaten ihre Familie und das Tierheim ihr Zuhause. Ihre Herzprobleme wurden medikamentös behandelt und auch die OP nach einem Milztumor hat Rita, die Kämpferin, überstanden.
Dann ging alles sehr schnell: Rita wurde plötzlich matt und lustlos. Ihre Nieren- und Leberwerte waren kurz vor dem Versagen, sodass sie am 1. September von ihrem Leiden erlöst wurde. Run free! 

Ab jetzt geht es nur noch bergauf, Dana!

Als die Kolleginnen aus unserem Tierheim Bergheim die dreizehnjährige Hündin Dana vor kurzem aus ihrem ehemaligen Zuhause abholten, mussten sie schlucken.
Die Hündin war extrem übergewichtig, das Laufen fiel ihr sichtlich schwer und sie kam schnell außer Atem – kein Wunder! Ihre Besitzerin hatte Dana vor einem halben Jahr bei eBay Kleinanzeigen gekauft und war nun aus diversen Gründen überfordert. Zuletzt kam Dana kaum noch vor die Tür.
So sehr wir jetzt auch „draufhauen” könnten (allein zum Thema Tierkauf im Internet), am Ende sind wir froh, dass sie sich an unser Tierheim gewandt und um Hilfe gebeten hat.
Dana ist, wie man gleich dachte, nicht ganz gesund. Neben dem immensen Übergewicht hatte sie Mamatumore; eine Milchleiste wurde vor wenigen Tagen entfernt.
Nun heißt es abspecken und ein neues Zuhause finden. Was bestimmt in Kürze gelingen wird, denn Dana ist eine absolute Zuckerpuppe. 

Danke für ein gelungenes Tierheimfest

Bei bestem Spätsommerwetter war das Tierheimfest im Elisabethenhof am 5. und 6. September ein voller Erfolg.
Zahlreiche Besucherinnen und Besucher genossen das abwechslungsreiche Angebot mit Flohmarkt, Tombola, kulinarischen Angeboten sowie den vielen Ständen und Aktionen.
Ein solches Fest ist nur durch den Einsatz vieler engagierter Menschen möglich. Der ganz besondere Dank gilt den zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die bereits Wochen im Voraus mit der Planung und Vorbereitung begonnen haben und an den Festtagen tatkräftig unterstützt haben – beim Aufbau, an den Ständen, in der Küche, beim Verkauf, beim Shuttle-Service und bei vielen weiteren Aufgaben. Ebenso bedankt sich der Elisabethenhof herzlich bei allen Gastvereinen, Ausstellern und Unterstützern sowie bei den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern. Sie alle haben dazu beigetragen, dass das Tierheimfest zu einem wunderschönen Wochenende und einem wichtigen Ereignis für den Tierschutz wurde. 

Die Hauptstadt hat gewählt

Von 2016 bzw. 2021 bis 2023 regierte ein Senat aus SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. In dieser Zeit wurden viele politische Forderungen des Tierschutzes umgesetzt, darunter die Einrichtung eines Tierschutzbeauftragten, eines Tierschutzbeirats und eines Tierschutzverbandsklagerechts.
Die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus im Jahr 2021 musste zwei Jahre später wegen gravierender Wahlmängel wiederholt werden.
Daraufhin bildete sich ein Senat aus CDU und SPD. Dieser Senat hat es in kürzester Zeit geschafft, fast alle Errungenschaften im politischen Tierschutz rückgängig zu machen.
Am 20.09.26 wurde ein neues Berliner Abgeordnetenhaus gewählt, bei dem die Linke als klarer Wahlsieger hervorging. Nun stehen Koalitionsverhandlungen zwischen den Parteien an. Mögliche Koalitionen sind Linke/Bündnisgrüne/SPD oder CDU/Bündnisgrüne/SPD.
Unsere Berliner Geschäftsstelle hat eine Übersicht über die Forderungen bzw. Vorhaben der einzelnen Parteien im Tierschutz erstellt.

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