Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus am 20.09.2026

Am 20.09.2026 wird in Berlin das Abgeordnetenhaus neu gewählt.
Seit 2023 regiert ein CDU/SPD-Senat, der innerhalb kürzester Zeit alle bis dato erreichten Errungenschaften im Tierschutz rückgängig gemacht hat.

Wir haben die Wahlprogramme von CDU, SPD, Bündnisgrüne und Linke nach den Worten "Tier" und "Tierschutz" durchsucht...hier die Ergbenisse.

CDU
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Wir werden die Taubenpopulation insbesondere an Einkaufszentren, Bahnhöfen und anderen stark frequentierten Orten wirksam und tierschutzgerecht begrenzen. Dazu setzen wir auf betreute Taubenschläge, konsequente Fütterungsverbote und deren Durchsetzung sowie bauliche Maßnahmen zur Vergrämung. Weitergehende Mittel zur Reduzierung der Population sind zu prüfen.

Tier-, Umwelt- und Naturschutz
Wir wollen die bestehenden Regelungen zur Hundehaltung in Berlin grundlegend weiterentwickeln. Die bisherige Einteilung nach Hunderassen wird den tatsächlichen Anforderungen nicht gerecht und führt zu pauschalen Bewertungen, die weder dem Tierschutz noch der Sicherheit dienen. Deshalb setzen wir uns für die Abschaffung der Hunderasseliste und die Einführung eines verhaltensbasierten Gefährlichkeitskonzepts ein, das verhaltensauffällige Hunde nicht pauschal nach Rasse, sondern individuell nach ihrem tatsächlichen Verhalten bewertet. Objektive Kriterien, Sachkunde der Halter und eine behördliche Einzelfallprüfung sollen im Mittelpunkt stehen, um Tierschutz zu stärken, Tierheime zu entlasten und eine sachgerechte Regelung zu schaffen.
Der illegale Handel mit Heimtieren verursacht großes Tierleid und muss konsequent unterbunden werden. Wir werden deshalb entschlossen gegen unseriöse Anbieter vorgehen und klare Regeln schaffen. Der Verkauf von Heimtieren auf öffentlichen Plätzen soll ausdrücklich verboten werden. Gleichzeitig setzen wir uns für eine stärkere Kontrolle von Online-Plattformen ein, über die ein Großteil des Handels abgewickelt wird. Auf Bundesebene setzen wiruns weiterhin für eine deutliche Verschärfung der Strafen beim illegalen Heimtierhandel ein."
Quelle: CDU-Wahlprogramm, Seite 79 und83



SPD
"Tierschutz als Teil unserer Verantwortung
Wir stärken die Veterinärämter, damit sie illegalen Tierhandel und Qualzuchten konsequent kontrollieren können. Wir sichern die Finanzierung des Tierheims und fördern funktionierende
Konzepte für Katzenkastrationen und Stadttaubenmanagement. Der Hundeführerschein ersetzt die Rasseliste und schafft Sicherheit durch Wissen. Wir schließen den Einsatz von Tieren auf staatlichen Bühnen des Landes aus und untersagen weiterhin Auftritte von Zirkussen mit Wildtieren auf landeseigenen Flächen. Die Funktion der*des Landestierschutzbeauftragten bleibt zentrale Stimme für Tiere in Berlin."
Quelle: SPD-Wahlprogramm, Seite 23



Bündnisgrüne
"ECHTER TIERSCHUTZ – KONSEQUENT UND WIRKSAM
Tiere gehören zu Berlin: Sie leben in Haushalten, in Parks, in Grünanlagen, auf Bauernhöfen, in Hinterhöfen, im Tierheim, in Wildtierstationen und Laboren. Doch viele von ihnen sind nicht ausreichend geschützt. Unser Ziel ist ein Berlin, in dem Tiere geachtet und geschützt werden, Leid vermieden wird und Menschen Verantwortung übernehmen. Tierschutzpolitik darf nicht erst greifen, wenn es zu spät ist, sondern muss frühzeitig wirken. Wir Bündnisgrüne wollen, dass Tiere in Berlin als Lebewesen mit eigenem Wert anerkannt und entsprechend professionell geschützt werden. Wir setzen uns dafür ein, dass Tiere rechtlich nicht länger als Sachen behandelt werden. Berlin übernimmt Verantwortung, indem wir uns für eine wirksame Weiterentwicklung des Tierschutzrechts starkmachen.

VERLÄSSLICH FÜR DEN TIERSCHUTZ HANDELN
Wir wollen Tierschutz wieder stärken, indem wir das Amt einer*eines unabhängigen und weisungsfreien Landestierschutzbeauftragten endlich gesetzlich verankern und mit eigenem Budget und ausreichend Personal ausstatten. Das Tierschutzverbandsklagerecht muss gestärkt und die Mitwirkungsrechte müssen qualifiziert werden.
Die Finanzierung von Tierheim, Tiertafel und Wildtierstationen soll dauerhaft gesichert werden – ergänzt durch einen Notfallfonds für akute Versorgungslagen – und als soziale Leistung Anerkennung finden. Viele Bereiche des Tierschutzes in Berlin werden derzeit überwiegend ehrenamtlich getragen; wir wollen diese weiterhin nachhaltig unterstützen. Wir unterstützen auch die Forderung nach einem Tierheimeuro, damit das Berliner Tierheim Fundtiere und sichergestellte Tiere auch künftig zuverlässig und kostendeckend versorgen kann. Für mehr Tierschutz und Sicherheit schaffen wir die ungerechte Rasseliste ab und führen einen verpflichtenden Hundeführerschein ein. Um den illegalen Welpenhandel zu bekämpfen, führen wir im Berliner Hunderegister ein verpflichtendes Herkunftsnachweis-Feld ein. So schützen wir Tiere vor Leid und erschweren kriminelle Geschäfte.

MASSNAHMEN FÜR TIERE DER STADT ERGREIFEN
In Zusammenarbeit mit den Bezirken und Initiativen wollen wir Grüne ein tierschutzgerechtes Stadttaubenmanagement mit betreuten Taubenschlägen, tierärztlicher Versorgung und Eieraustausch flächendeckend etablieren, um den Taubennachwuchs deutlich zu reduzieren. Tierschutzwidrige Abwehrmaßnahmen wie Spikes oder Vergrämungsmittel ohne fachliche Prüfung lehnen wir strikt ab. Ferner wollen wir sichere Trinkgelegenheiten für Stadt- und Wildtiere in den Bezirken schaffen, die langfristig in verbindliche Planungsrichtlinien einfließen. Wir wollen landeseigene Wohnungsbaugesellschaften verpflichten, beim Umgang mit sogenannten Schadnagern konsequent auf präventive Maßnahmen zu setzen. Dazu gehören insbesondere die Behebung baulicher Mängel und andere vorbeugende Schritte, um Befall dauerhaft zu vermeiden und den Einsatz kostenintensiver, umweltbelastender und tierschutzproblematischer Bekämpfungsmaßnahmen möglichst zu reduzieren.
Tiere, wie zum Beispiel Sperlinge oder Fledermäuse, müssen bei Baumaßnahmen geschützt und die Einhaltung von Vorschriften besser durchgesetzt werden – energetische Sanierung darf nicht mehr im Widerspruch zum Gebäudebrüterschutz stehen, und Lebensräume müssen erhalten bzw. wirksam ersetzt werden.
Für Wildtiere soll eine zentrale Koordinierungsstelle entstehen, begleitet von einem Förderprogramm für Nistkästen und andere Schutzmaßnahmen sowie gesetzlich abgesichert durch ein umfassendes Wildtierschutzsystem. Schließlich wollen wir das Landesjagd- und Naturschutzgesetz novellieren, um einerseits Wildtiere besser zu schützen und andererseits dort, wo sich Mensch und Tier begegnen, eine möglichst konfliktfreie Koexistenz zu sichern. Die im Jahr 2025 beschlossene Abschaffung der Schonzeiten für Waschbären und Nutrias machen wir rückgängig.
Den Bienenschutz wollen wir durch eine gesicherte Finanzierung der Bienenkoordinierungsstelle und ein kontinuierliches Monitoring von Bienen und Bestäubern stärken. Zugleich möchten wir stabile Strukturen und Förderprogramme für Bienen dauerhaft sichern. Für ein zentrales Register zur Meldung von Seuchen und invasiven Arten und der Bekämpfung dieser wollen wir die Bienenkoordinierungsstelle stärken. Außerdem sollen Imker*innen über die Koordinierungsstelle beim Thema Aus- und Fortbildungsangebote unterstützt werden.

FORSCHUNG TIERVERSUCHSFREI ENTWICKELN
Berlin stärkt tierfreie Forschung konsequent und baut Entwicklung, Lehre und Anwendung tierfreier Methoden gezielt aus. Studierende sollen das Recht haben, tierfreie Methoden zu erlernen und entsprechende Abschlüsse zu erwerben. Dafür wollen wir ein interdisziplinäres Innovationszentrum mit eigener Professur, Förderlinien und Modellprojekten aufbauen. Wir orientieren uns am international etablierten 3R-Ansatz (Replace, Reduce, Refine) – mit dem Fokus auf Replacement und dem Ziel, Tierversuche schrittweise durch tierfreie Verfahren zu ersetzen. Wo Tierversuche derzeit noch nicht ersetzbar sind, sorgen wir für höchste Tierschutzstandards und die Schaffung von mehr Transparenz. Hier ist uns eine praxistaugliche Umsetzung und die Wahrung der Persönlichkeitsrechte von Forschenden wichtig.
Berlin positioniert sich klar gegen jede Absenkung bestehender Tierschutzstandards auf Bundesebene.
Quelle: Bündnisgrüne-Wahlprogramm, Seite 29ff



Die Linke
"Tierschutz und Tierrechte stärken

Tierschutz genießt in Berlin Verfassungsrang. Tiere sind als fühlende Lebewesen zu achten und vor vermeidbarem Leiden zu schützen. Dies muss Maßstab für das politische Handeln in allen Bereichen werden. Wir setzen uns deshalb konsequent für Tierrechte ein, unabhängig davon, ob die Tiere in Freiheit, im Zoo, im Zirkus, im Versuchslabor oder im Privathaushalt leben.
Die Einrichtung eines*r unabhängig agierenden hauptamtlichen Landestierschutzbeauftragten mit einem angemessenen Budget für Veranstaltungen und Weiterbildungen wird wiederbelebt. Das Berliner Tierschutzverbandsklagegesetz wird weiterentwickelt.
Alternativmethoden zu Tierversuchen werden wir strukturell fördern. Zusammen mit Vertreter*innen aus Forschung, Wissenschaft, Industrie und Tierschutzorganisationen wird ein Plan zum Ausstieg aus Tierversuchen entwickelt. Ähnlich wie in den Niederlanden soll es konkrete Maßnahmen und Zeitpläne zur Reduzierung und Beendigung von Tierversuchen in den unterschiedlichen Bereichen geben. Der Forschungspreis des Landes Berlin für Alternativen zu Tierversuchen wird wiederbelebt.
Das Tierheim Berlin wird ausreichend finanziert, damit es Tierschutzbildung und Aufklärung rund um die tiergerechte Haltung anbieten kann. Für die Kastration von Straßenkatzen sollen Gelder bereitgestellt werden. Die Berliner Tiertafel wird unterstützt, damit die Tiere bei Geldnot ihrer Halter*innen nicht leiden.
Wir lehnen die Vorverurteilung von Hunden aufgrund ihrer Rasse ab und wollen deshalb auch in Berlin die Rasseliste abschaffen. Das Einschläfern von Hunden nach Bissunfällen lehnen wir ab. Stattdessen sollen Strategien zur Gefahrenabwehr bei den Hundehalter*innen ansetzen, die ihre Eignung zur Hundehaltung nachweisen müssen. Wir streben die Erhaltung und Ausweitung von Freilaufflächen für Hunde an geeigneten Standorten an und stellen Mittel dafür bereit.
Eine der häufigsten Todesursachen von Vögeln ist die Kollision mit Glasfassaden an Gebäuden. Bereits während der Bauplanung muss dies sowie der Schutz von Gebäudebrütern und Fledermäusen berücksichtigt werden. Bei Sanierungen und Abrissen sind Ornitholog* innen hinzuzuziehen.
Wir wollen ein Taubenmanagement einführen, mit dem das Tierwohl mit Aspekten der Stadtsauberkeit verknüpft wird. In betreuten Taubenschlägen in Zuständigkeit der Bezirke soll gesundes Futter und
Wasser bereitstehen, die Schläge gereinigt und durch Austausch der Eier die Population reguliert werden.
Wir werden ein Rattenmanagement entwickeln, mit dem die Anforderungen an eine gesunde Stadt, der Wasserschutz und das Tierwohl in Einklang gebracht werden.
Unser Jagdrecht ist veraltet. Es braucht eine grundsätzliche Jagdreform, die den Fokus auf Tier- und Naturschutz legt. Dementsprechend fordern wir ein vollständiges Verbot der Verwendung bleihaltiger Munition sowie die Beendigung der Jagd auf Beutegreifer wie Fuchs und Marder.
In allen öffentlichen Kantinen muss das pflanzliche Angebot ausgeweitet und mindestens ein pflanzliches Gericht bereitgestellt werden. In die Lehrpläne sollen Tierethik sowie Aufklärung zu gesunder und klimafreundlicher Ernährung aufgenommen werden.
Da der Tierschutz nicht zwischen Wildtieren und Haustieren unterscheidet, setzen wir uns dafür ein, den Bereich Tiere in einem alle Tierarten umfassenden Ressort für Umwelt und Tierschutz zu verwalten.
Auf Bundesebene setzen wir uns für höhere Standards bei der Haltung von Heim- und sogenannten Nutztieren, für ein Verbot von Tieren in Zirkussen sowie für die Senkung der Mehrwertsteuer auf
pflanzliche Produkte ein."
Quelle: Linke-Wahlprogramm, Seite 209f