Newsletter Juli 2021

Liebe Tierfreunde,

Tieren und Menschen helfen zu können ist Balsam für die Seele eines jeden Mitarbeiters in unseren zehn Tierheimen und Geschäftsstellen.

Und es gibt nichts Schöneres als eine glückliche Tiervermittlung oder wenn wir Tieren mit einer OP zu mehr Lebensqualität verhelfen, sie aus einer misslichen Lage befreien oder verhindern können, dass in sinnlosen Tierversuchen immer noch Tiere leiden müssen. Jeder noch so kleine Fortschritt, jedes einzelne gerettete Tier und jedes Happy End ist der Lohn unserer Arbeit, die manchmal wie der Tropfen auf dem heißen Stein wirkt, in der Summe aber doch die Zukunft für viele Lebewesen zum Besseren verändert.

Ihr bmt-Team

Wenn kleine Hunde ganz groß werden...

Über Fotos ihrer ehemaligen Schützlinge freuen sich die Tierpfleger in unserem Pfullinger Tierheim immer ganz besonders.
Vor allem bei den Junghunden ist es spannend zu sehen, wie sie sich entwickelt haben und nicht selten müssen die Kollegen zweimal hinschauen, um den früheren Bewohner wiederzuerkennen.
So auch bei Carl: Er kam im Juni 2020 mit seinen fünf Geschwistern aus Brasov nach Pfullingen, Eltern und Vorgeschichte unbekannt. Damals brachte er nicht einmal fünf Kilo auf die Waage und er war der Kleinste der Truppe. Und heute, ein gutes Jahr später, wiegt er 30 Kilo! An Carls Beispiel wird deutlich, wieso die Kollegen bei der Vermittlung von Junghunden nie Aussagen zur endgültigen Größe der Tiere treffen… Carls Familie ist es egal, wie groß er geworden ist und seine früheren Tierpfleger sind sehr froh, dass er so ein tolles Zuhause gefunden hat und sich zu einem richtigen Prachtkerl entwickeln konnte.

Tierhafen-Homepage im neuen Gewand

Der Sprung ins 21. Jahrhundert – mit seiner frischen, neu durchdachten, responsiven Webseite präsentiert sich der Tierhafen seit Mitte Juli im Internet. Viele Monate lang wurde gefeilt, geschoben, probiert und neu gewürfelt, bis das Ergebnis endlich fertig für die breite Öffentlichkeit war.

Unter www.tierhafen.bmt-tierschutz.de finden sich neben den Vermittlungsprofilen der aktuellen Schützlinge und der Vorstellungsseite des Tierheims auch nützliche Tipps (nicht nur) für Hunde- und Katzenhalter. Und wer erfahren möchte, auf welch vielfältige Weise das Team bei seiner Arbeit für und mit den Schützlingen unterstützt werden kann, findet im Bereich „Helfen“ verständliche Anleitungen.

Der Tierhafen bedankt sich bei Central Media Solutions für die Zusammenarbeit und freut sich über ein Feedback sowie viele Seitenbesucher!

Berliner Hochschulrecht

In der Hauptstadt steht momentan auf politischer Ebene die Neuregelung des Hochschulrechts Berlin unter Berücksichtigung des Themas Tierschutz / Tierversuche auf der Tagesordnung.

Dieser Ansatz ist zu begrüßen, jedoch sind die im Gesetzesentwurf vorgeschlagenen Regelungen nicht umfassend genug - und insbesondere hinsichtlich der Zielvorgabe, den Tierschutz in Bezug auf Tierversuche zu fördern, nicht hinreichend in konkreten Vorgaben bzw. Regelungen festgeschrieben. An den Berliner Hochschulen werden immer noch zu viele Tiere für Tierversuche missbraucht.

Daher haben sich nun die TierVersuchsGegner Berlin und Brandenburg e.V., die Ärzte gegen Tierversuche e.V. und der Bund gegen Missbrauch der Tiere e.V. – Geschäftsstelle Berlin mit einer öffentlichen Stellungnahme an die entsprechenden politischen Stellen gewandt und fordern Verbesserungen im Hochschulrecht bezüglich Tierversuche.

Mehr Lebensqualität für Fienchen

Terrier-Mischling Fienchen ist eine reizende Hundedame im besten Alter, der das Schicksal im Laufe ihres Lebens ganz schön zugesetzt hat. Sie ist bereits zum dritten Mal im Franziskus Tierheim und hat sich im Laufe der Zeit ganz still und leise in die Herzen aller Tierpfleger und Gassigeher geschlichen. Sie ist eine fröhliche Begleiterin auf Spaziergängen, eine etwas grantelige Grand Dame in ihrem Zwinger und doch blitzt auch von Zeit zu Zeit der Schalk im Nacken auf, wenn sie mit ihren Lieblings-Kumpels zusammen ist.
Vor einigen Monaten bildete sich eine Speicheldrüsenzyste an ihrem Kiefer, die von Woche zu Woche stetig größer wurde, schließlich so groß, dass Fienchen um eine OP nicht mehr herumkam. Nach einem Facebook-Post kam innerhalb weniger Tage ein beeindruckender Betrag zusammen, der ihre OP-Kosten komplett abdeckte.
Ihre Wunden sind zwischenzeitlich auch gut verheilt und Fienchen kann nun wieder ohne Einschränkung fressen, herumalbern oder auch einfach nur ganz entspannt auf ihrer Lieblingsmatratze dösen. Vielen lieben Dank für diese großartige Unterstützung.

Großalarm auf der Kleintierstation

Als letzte Woche in der Kasseler Wau-Mau-Insel das Telefon klingelte, ahnte Tierheimleiter Karsten Plücker nicht, dass die Kleintierstation am Abend 38 Tiere mehr im Bestand haben würde.

Das Veterinäramt meldete sich und fordert Unterstützung bei der Sicherstellung in einem Messie-Haushalt. Insgesamt wurden 11 Wellensittiche, 7 Zebrafinken, 2 Nymphensittiche, 2 Diamanttauben, 3 Kanarienvögel, 1 Prachtrosella, 10 Meerschweinchen und 2 Kaninchen aus der nicht artgerechten Tierhaltung befreit. Aus derselben Haltung wurden vor neun Jahren schon einmal zwei Hündinnen sichergestellt, eine hatte einen fußballgroßen Tumor unter dem Bauch, der zum Glück operativ entfernt werden konnte. Beide haben noch einmal ein liebevolles Zuhause gefunden.
Das wünschen wir uns für die gefiederten und pelzigen Neuzugänge auch und hoffen, dass die verantwortungslosen Halter ein Tierhalteverbot bekommen, damit nicht noch mehr Tiere leiden müssen.

Zarte Seelchen in Bergheim

Obwohl es in Bergheim eine Katzenschutzverordnung gibt, ist die Zahl der gefundenen Katzenkinder auch in diesem Jahr wieder unglaublich hoch.

In den letzten Monaten wurden gleich mehrere Würfe, mit und ohne Mama, eingefangen und ins Tierheim Bergheim gebracht. Die Kleinen sind mittlerweile geimpft und können in ihr eigenes Leben starten. Leider sind die meisten von ihnen noch nicht wirklich handzahm und so suchen die Bergheimer Kollegen Katzenfreunde, die den Kleinen das Zusammenleben mit uns Menschen mit viel Geduld und Liebe beibringen.

Die Katzenkinder werden zu zweit oder zu einer vorhandenen jungen Katze vermittelt – sie sollen nicht einzeln gehalten werden. Bei Interesse melden Sie sich gerne im Tierheim Bergheim.

Seltsame Welpenfunde

In unserem Tierheim Köln-Dellbrück wurden Anfang Juli gleich drei schwer kranke Welpen abgegeben - alle wurden laut Aussagen der Finder binnen 24 Stunden an verschieden Orten gefunden. Die Hunde waren alle sehr schwach, kein Wunder, sie waren Parvovirose-positiv. Die Kölner Kollegen brachten die Hunde in eine Tierklinik, wo der Erste bereits nach einem Tag verstarb. Auch der Zweite hat es leider nicht geschafft. Der kleine Kalle hat überlebt, muss aber aufgrund der Parvovirose weiterhin in strenger Quarantäne bleiben.
Mittlerweile kam ein vierter Welpe, dieser wurde aber vom Ordnungsamt sichergestellt. Auch er ist schwach – und Kalle wie aus dem Gesicht geschnitten.
Mit Sicherheit gehören alle Hunde zusammen und stammen aus dem illegalem Welpenhandel. Bitte unterstützen Sie solche mafiösen Machenschaften nicht und kaufen Sie keine Tiere aus unbekannter Herkunft. Auch nicht aus Mitleid. Für jeden Hund, der verkauft wird, wird in irgendeinem Hinterhof ein Neuer „produziert“.

Wichtige Entscheidungen für den Tierschutz

Zum letzten Mal vor der Bundestagswahl tagte am 25. Juni 2021 der Bundesrat und es standen eine Reihe wichtiger tierschutzrechtlicher Änderungen auf der Tagesordnung. In unserem Newsletter informieren wir Sie über die tierschutzrelevantesten Anträge. Den Auftakt bildete im vergangenen Newsletter ein Antrag zum Thema Tierversuche, diesmal geht es um einen Antrag bezüglich der Zirkustierhaltung. Ziel war es, das Zurschaustellen von Tieren bestimmter wildlebender Arten an wechselnden Orten zu verbieten. Dies betrifft zum Beispiel Giraffen, Elefanten, Nashörner, Flusspferde sowie Primaten. Der federführende Ausschuss für Agrarpolitik und Verbraucherschutz und der Umweltausschuss empfahlen dem Bundesrat, der Verordnung nur nach Maßgabe von sechs Änderungen zuzustimmen, um dem Verordnungszweck besser Rechnung zu tragen. Unter anderem wurde vorgeschlagen, die Verbotsliste der Verordnung auch auf Großkatzen bzw. zusätzlich auf Robben und Reptilien auszuweiten, da auch hier belastbare und wissenschaftlich fundierte Arbeiten hinreichende Belege liefern. Der bmt hatte zuvor mit zahlreichen anderen Organisationen die Bundesländer aufgefordert, noch deutlich weitreichendere Empfehlungen einzubringen. Umso unverständlicher ist es, dass die geplante Verbotsliste sich nur auf neu angeschaffte Tierarten beziehen soll und im Kern somit alles so bleibt, wie es ist. Das BMEL hat bereits signalisiert, die geplanten Ergänzungen des Bundesrates abzulehnen, so dass auch diese Verordnungsinitiative wahrscheinlich auf Eis gelegt wird. Ein Armutszeugnis für die politischen Entscheidungsträger!

Verantwortung übernehmen, auch über den Tod hinaus

Ein wichtiger Appell an Tierhalter jeden Alters: Bitte halten Sie schriftlich und in Ihrer Wohnung gut auffindbar fest, wer sich um ihr Tier kümmern soll, falls Ihnen etwas zustößt!

Mit einem Testament allein ist es oft nicht getan, da meist im Vorfeld gar niemandem bekannt ist, was es beinhaltet und hinterbliebene Tiere leider häufig nicht schnell genug die Versorgung bekommen, die per Testament vom Besitzer gewünscht war. Die Mischlingshündin Leni aus dem Tierheim Elisabethenhof
ist das beste Beispiel hierfür. Ihre Besitzerin verstarb nach längerer Krankheit und konnte sich schon eine ganze Zeit nicht mehr selbst um Leni kümmern. Dazu, was mit ihrer Hündin geschehen soll, konnte sie sich leider nicht mehr äußern und so saß Leni mit ihren zehn Jahren erst einmal in einer Pension. Erst durch die Testamentseröffnung wurde bekannt, dass das Tierheim Leni „erben“ sollten, um ein neues Zuhause für sie zu finden. Gerne hätten sie der lieben Hündin schon früher geholfen und auch die Vorbesitzerin unterstützt, wenn sie rechtzeitig in Kenntnis gesetzt worden wären. Leni ist nach kurzer Zeit in ein Traumzuhause vermittelt worden und genießt nun ihren Lebensabend in vollen Zügen.

Das Schicksal kann jeden treffen. Klären Sie daher frühzeitig, wer sich im Notfall um Ihr Tier kümmern soll, und halten dies schriftlich fest. Wenn Sie ein Tierheim als Erben einsetzen wollen und dieses Ihr Tier übernehmen soll, sprechen Sie vorab mit den Mitarbeitern. Zusätzlich sorgt ein Kärtchen im Portemonnaie, eine Notiz am Kühlschrank, ein Umschlag auf dem Nachttisch oder eine bevollmächtigte Person dafür, dass am Tag X keine Frage offenbleiben und Ihrem Tier schnell geholfen werden kann.

Termine

Wegen der Coronasituation haben wir alle unsere aktuellen öffentlichen Feste abgesagt.

Falls Sie eines unserer Tierheime besuchen möchten, rufen Sie bitte dort vorher an und erkundigen sich nach den derzeitigen Öffnungszeiten.
Bitte beachten Sie vor Ort die Hygieneregeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie!

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